Sendling Stammtisch

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Geschichte

Ca. 2300 - 800 v.Ch.: Die ältesten Knochenfunde auf dem Gebiet sind ca. 4000 Jahre alt. Menschen der älteren Bronzezeit siedeln hier auf dem Oberfeld nahe der Hangkante und begraben ihre Toten in Hockergräbern. Sie gehören zur Glockenbecherkultur und betreiben Landwirtschaft. (Bauern gibt es schon seit ca. 5000 oder 5500 v.Ch. in Südbayern, aber der Sendlinger Boden war wohl nicht sehr einladend.) Es folgt die Zeit der Hügelgräberkultur und der Urnenfelder. Das Klima ist relativ warm.

ca 6.Jh.n.Ch.(?): Ein germanischer Sippenchef namens Sentilo oder Sendilo gründet oder übernimmt und benennt die Siedlung, die heute Sendling heißt. Die Endung -ing deutet eine relativ frühe Gründungszeit an. Sendling ist als Siedlung also ca. 1400 Jahre alt. Eine Geburtsurkunde gibt es nicht.

ab 760/782: Erste urkundliche Erwähnungen im Zusammenhang mit Land- und Hofübertragungen u.a. an die Klöster Wessobrunn und Schäftlarn.

1048/68: Zuverlässige Erwähnung Sendlings als Dorf, als villa Sendling. Die früheren Erwähnungen als in loco können auch einen Gutsbetrieb umschreiben

Fresko an der alten Sendlinger Kirche 1705: Die Sendlinger Bauernschlacht oder Sendlinger Mordweihnacht bei der Alten Sendlinger Kirche, im Verlauf welcher aktenkundig an die 1100, vielleicht auch bis zu 3000 Bauern, Handwerker und Flößer der Landfahnen des seit Kurfürst Maximilian I. bestehenden Landsturms niedergemetzelt wurden, beendet den Oberländer Bauernaufstand, der im Zusammenhang des Spanischen Erbfolgekriegs zu sehen ist. Der Schlachtruf der Aufständischen: Lieber bayrisch sterben, als österreichisch verderben! ist sprichwörtlich geworden.

1818: Unter dem radikalen Reformer Montgelas werden neue politische Gemeinden gebildet - Untersendling wird eine davon: Altsendling, aber auch Mittersendling, Neuhofen, Sendlinger Heide (heute Theresienwiese und westlich davon) gehörten dazu.

18.Jh.: Mit dem Wachsen der Stadt München dehnte sich das urban besiedelte Gebiet über den Harras und Mittersendling nach Obersendling aus. In den Anfängen des Industriezeitalters werden entlang der Straße nach Wolfratshausen und westlich davon Fabrikanlagen und Firmenniederlassungen errichtet, die bis heute das Bild Sendlings mitbestimmen. Hierzu gehören u.a. Siemens und andere Maschinen- sowie Tabakfabriken. Zeitgleich breiten sich auch die Wohnviertel aus, zum einen in Form von Etagenblöcken für die Arbeiter, zum anderen als herrschaftliche Häuser, die den Übergang zu den Villenvororten Solln und Großhesselohe ankündigen. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt das Großmarktareal in Untersendling, heute das drittgrößte Europas nach Paris und Mailand.

1877: Am 01.01. Eingemeindung von Unter- und Mittersendling nach München.

1900: Am 01.01. Eingemeindung von Thalkirchen mit dem dazugehörigen Obersendling nach München

nach 1945: Erneuter Schub von Firmen- und Industrieansiedlungen

Sehenswürdigkeiten