Der Text basiert auf dem Artikel
Sendling
aus der freien Enzyklopädie
Wikipedia
in der Fassung vom 7.1.2005 und steht unter der
GNU Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia können Sie auch
die Liste der Autoren
einsehen, sowie den
Artikel bearbeiten.
Geschichte
Ca. 2300 - 800 v.Ch.: Die ältesten Knochenfunde auf dem Gebiet sind ca. 4000 Jahre alt. Menschen der älteren Bronzezeit siedeln hier auf dem Oberfeld nahe der Hangkante und begraben ihre Toten in Hockergräbern. Sie gehören zur Glockenbecherkultur und betreiben Landwirtschaft. (Bauern gibt es schon seit ca. 5000 oder 5500 v.Ch. in Südbayern, aber der Sendlinger Boden war wohl nicht sehr einladend.) Es folgt die Zeit der Hügelgräberkultur und der Urnenfelder. Das Klima ist relativ warm.
ca 6.Jh.n.Ch.(?): Ein germanischer Sippenchef namens Sentilo oder Sendilo gründet oder übernimmt und benennt die Siedlung, die heute Sendling heißt. Die Endung -ing deutet eine relativ frühe Gründungszeit an. Sendling ist als Siedlung also ca. 1400 Jahre alt. Eine Geburtsurkunde gibt es nicht.
ab 760/782: Erste urkundliche Erwähnungen im Zusammenhang mit Land- und Hofübertragungen u.a. an die Klöster Wessobrunn und Schäftlarn.
1048/68: Zuverlässige Erwähnung Sendlings als Dorf, als villa Sendling. Die früheren Erwähnungen als in loco können auch einen Gutsbetrieb umschreiben
1705: Die
Sendlinger Bauernschlacht
oder
Sendlinger Mordweihnacht
bei der Alten Sendlinger Kirche, im Verlauf welcher aktenkundig an die 1100, vielleicht auch bis zu 3000 Bauern, Handwerker und Flößer der Landfahnen des seit
Kurfürst Maximilian I.
bestehenden Landsturms niedergemetzelt wurden, beendet den Oberländer Bauernaufstand, der im Zusammenhang des
Spanischen Erbfolgekriegs
zu sehen ist. Der Schlachtruf der Aufständischen:
Lieber bayrisch sterben, als österreichisch verderben!
ist sprichwörtlich geworden.
1818: Unter dem radikalen Reformer Montgelas werden neue politische Gemeinden gebildet - Untersendling wird eine davon: Altsendling, aber auch Mittersendling, Neuhofen, Sendlinger Heide (heute Theresienwiese und westlich davon) gehörten dazu.
18.Jh.: Mit dem Wachsen der Stadt München dehnte sich das urban besiedelte Gebiet über den Harras und Mittersendling nach Obersendling aus. In den Anfängen des Industriezeitalters werden entlang der Straße nach Wolfratshausen und westlich davon Fabrikanlagen und Firmenniederlassungen errichtet, die bis heute das Bild Sendlings mitbestimmen. Hierzu gehören u.a. Siemens und andere Maschinen- sowie Tabakfabriken. Zeitgleich breiten sich auch die Wohnviertel aus, zum einen in Form von Etagenblöcken für die Arbeiter, zum anderen als herrschaftliche Häuser, die den Übergang zu den Villenvororten Solln und Großhesselohe ankündigen. Eine zunehmend wichtige Rolle spielt das Großmarktareal in Untersendling, heute das drittgrößte Europas nach Paris und Mailand.
1877: Am 01.01. Eingemeindung von Unter- und Mittersendling nach München.
1900: Am 01.01. Eingemeindung von Thalkirchen mit dem dazugehörigen Obersendling nach München
nach 1945: Erneuter Schub von Firmen- und Industrieansiedlungen
Sehenswürdigkeiten
- Denkmal für den Schmied von Kochel, die legendäre Gestalt des Oberländer Bauernaufstands von 1705, der mit der Sendlinger Mordweihnacht endete, es liegt am Ende der Lindwurmstraße gegenüber der Alten Sendlinger Kirche. Dem Schmied wurden in Oberbayern noch weitere Denkmäler errichtet, z. B. in Kochel und in Bad Tölz.
- Alte Pfarrkirche St. Margaret (1705 zerstört, 1711-1712 neu aufgebaut): An der nördlichen Außenwand stellt ein großes Fresko (1830) die Sendlinger Bauernschlacht dar.
- Neue Pfarrkirche St. Margaret (1901-1906): Mit ihrem weißen Turm und der Neobarock-Fassade bringt sie ein Stück Italien ins Stadtbild.
- Der Stemmerhof, bis vor wenigen Jahren der letzte bewirtschaftete Bauernhof im Stadtgebiet München, an der Plinganserstraße direkt gegenüber der alten Pfarrkirche, beherbergt heute ein schönes Ensemble von Läden und Gastronomie, eine ökologische Oase in der Hektik der Großstadt. Westlich angrenzend die große Stemmerhofwiese, von der aus noch immer der ehemals dörfliche Charakter des Stadtteils spürbar ist.
- Der Flaucher, ein großer Grünzug mit Wald und Wiesen, Spielplätzen und dem gleichnamigen Biergarten in einem Forsthaus aus dem Jahre 1800, der sich am westlichen Ufer der renaturierten Isar vom Heizkraftwerk an der Brudermühlbrücke (Mittlerer Ring) stadtauswärts bis nach Thalkirchen und zum Tierpark Hellabrunn erstreckt. Beliebte Bade- und Grillplätze liegen an der renaturierten Isar rund um den langen Flauchersteg mit seinen Inseln und Kiesbänken und der je nach Wasserstand mehr oder weniger eindrucksvollen Staustufe an einem Knick im Flussverlauf.